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Burnout: Wenn der Körper „Stopp“ ruft

  • Autorenbild: Korinna Kubelt
    Korinna Kubelt
  • 9. Jan. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Dez. 2025


Eine schwarze Frau mit halblangen, gelockten Haaren sitzt mit gesenktem Kopf und stützt ihr Gesicht mit den Händen ab. Ihre Körpersprache vermittelt Erschöpfung und den inneren Wunsch nach einer Pause.
„Burnout – wenn der Körper stopp ruft: Ein Moment der Erschöpfung und der dringenden Bitte nach Ruhe. Selbst in den härtesten Zeiten ist es wichtig, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören.“


Es ist wie ein steiler Berg, den du hinaufkletterst – Schritt für Schritt, immer weiter, immer höher, immer schneller. Du nimmst jede Herausforderung an, gibst mehr als dein Bestes, setzt deine eigenen Grenzen auf die Probe und ziehst eine Extra-Meile nach der anderen. „Komm, du schaffst das!“, flüstert dir deine innere Stimme zu. Schließlich läuft es doch, oder? Du bist engagiert, motiviert und eigentlich voll auf Kurs. Doch irgendwann merkst du, dass die Luft dünner wird. Es fühlt sich an, als ob du auf einem wackeligen Drahtseil tanzt und die Balance immer schwieriger zu halten ist.



Dann, plötzlich, schlägt der Körper Alarm: Müdigkeit, Schmerzen, vielleicht sogar eine tiefe Leere. Dein Körper sagt: „Es reicht.“ Aber du willst es nicht wahrhaben. Du hast so viel investiert – an Zeit, Energie und Engagement. Dein Job, deine Familie, deine sozialen Verpflichtungen – all das verlangt nach dir, nach deinem besten Ich. Doch der Körper kennt keine Ausreden und wird immer lauter, bis er dir irgendwann sagt: „Stopp, mehr geht nicht.“



Burnout – ein stiller Begleiter im Alltag



Die Geschichte von Burnout beginnt oft in den kleineren Momenten, die man gerne übersieht. Es ist der ständige Drang, es den Menschen um dich herum recht zu machen, alle Erwartungen zu erfüllen – die der Vorgesetzten, denen der Kolleg:innen, der Freund:innen, der Familie. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem du beginnst, dich selbst zu verlieren. Du schiebst deine eigenen Bedürfnisse beiseite, um die Erwartungen anderer zu übertreffen. Vielleicht hast du sogar den Eindruck, dass du das alles im Griff hast. Du gehst weiter und weiter, mit einem Lächeln im Gesicht, aber innerlich bemerkst du die Risse.



Das ist der gefährliche Teil. Burnout passiert nicht über Nacht. Es schleicht sich langsam ein. Zuerst sind es die kleinen Zeichen: Unruhe, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme. Vielleicht fällt es dir immer schwerer, dich zu motivieren, und du fühlst dich zunehmend ausgelaugt. Doch statt auf diese Warnzeichen zu hören, gehst du weiter, immer schneller, immer weiter. Das Gefühl der Überforderung wächst, und plötzlich bist du an einem Punkt, an dem der Körper keine andere Wahl hat, als einen „Stopp“-Knopf zu drücken.



Warum es gerade die engagierten Menschen trifft



Besonders Menschen, die hohe Ansprüche an sich selbst stellen, sind "gefährdet" in die Burnout-Falle zu tappen - darunter häufig Frauen, die in Führungspositionen oder in Arbeitsbereichen mit hoher Einzelverantwortung arbeiten. Sie jonglieren mehrere Rollen und haben das Gefühl, dass sie perfekt funktionieren müssen, leistungsstark und belastbar sein müssen. Doch der Schein trügt – und irgendwann platzt die Blase.



Das ist der Moment, in dem du beginnst, dich selbst zu fragen: „Wie konnte es so weit kommen?“ Und womöglich wird der innere Dialog wird noch schwieriger, weil du dich für den „Stopp“ schämst. Du fühlst dich nicht nur ausgebrannt, sondern auch hilflos und enttäuscht von dir selbst. Du hattest doch so viel vor, oder?


Burnout betriff oft diejenigen, die sich besonders anstrengen - und dabei ihre eigenen Grenzen übergehen.

Und dann kommt dazu der Gedanke: „Was bedeutet das für mich? Und was für die Zukunft?“ Ein „erzwungener Stopp“ kann schmerzhaft sein, aber er ist auch ein Wachrütteln. Burnout hat einen hohen Preis, aber es kann auch als Wendepunkt dienen. Der Körper spricht eine klare Sprache: „Du darfst lernen, anders mit dir selbst und deinem Leben umzugehen.“



Wege aus dem Burnout: Achtsamkeit und Grenzen



Burnout ist nicht einfach ein „Zustand“, sondern ein Signal, das dir zeigt, wie wichtig es ist, deine eigenen Grenzen zu kennen und zu respektieren. Es geht darum, ein höheres Bewusstsein für deine Bedürfnisse zu entwickeln und in der Zukunft präventiv mit dir selbst umzugehen. Denn der „erzwungene Stopp“ kann ein wertvolles Learning sein, wenn du den richtigen Umgang mit deinen Ressourcen lernst.


1. Achtsamkeit – Beginne, auf dich zu hören. Was sind deine Bedürfnisse? Was tut dir gut? Und was raubt dir Energie? Ein achtsamer Umgang mit dir selbst bedeutet nicht nur, „entschleunigen“ zu lernen, sondern auch, dich und deinen Körper wieder in den Mittelpunkt zu stellen.


2. Grenzen setzen – Lerne, „Nein“ zu sagen, ohne dich schlecht zu fühlen. Denn das ständige Überschreiten deiner eigenen Grenzen hat seinen Preis. Du musst nicht alles alleine schaffen. Es ist völlig okay, Hilfe anzunehmen und Unterstützung zu suchen.


3. Ballast abwerfen – Überlege, was wirklich wichtig für dich ist und was dich nur noch mehr belastet. Was kannst du loslassen? Manchmal hilft es, Prioritäten zu setzen und den Fokus auf das Wesentliche zu lenken. Dinge, die dich nicht erfüllen, kannst du hinter dir lassen.


4. Rückzug und Regeneration – Gönn dir Pausen, ohne schlechtes Gewissen. Regeneration ist kein Luxus, sondern notwendig. Plane bewusst Zeit für dich ein, in der du dich wieder aufladen kannst, sei es durch Bewegung, Meditation oder einfach durch eine gute Tasse Tee auf dem Sofa.



Burnout bedeutet nicht das Ende. Es ist auch die Chance auf einen Neuanfang. Dafür dich auszuloten und achtsamer zu sein für dich, deine Bedürfnisse und Grenzen. Es ist wichtig, diesen Prozess nicht als eine Einbahnstraße zu betrachten, sondern als ein stetiges Wachstum, bei dem du immer wieder neue Wege für dich finden darfst.



Es geht nicht darum, immer perfekt zu funktionieren, sondern darum, die Balance zu finden, die dir langfristig gut tut.


Anti-Stress-Rucksack: Leichter durch den Alltag



Stell dir vor, dein Leben ist wie ein Rucksack. Wenn du ihn immer voller packst – mit Pflichten, Erwartungen und „Ich muss das noch schnell“-Momenten – wird er irgendwann so schwer, dass du keinen Schritt mehr machen kannst. Die Lösung? Halte kurz inne, sortiere aus, und lass das drin, was dich wirklich weiterbringt. Frage dich regelmäßig:


  • Welche Situationen erlebe ich als besonders stressig?


  • Was raubt mir Energie, und wie kann ich das ändern?


  • Woran erkenne ich, das ich überfordert bin?



Je mehr du über deine Stressauslöser weißt, desto besser kannst du ihnen begegnen. Das macht deinen Rucksack leichter - und dich handlungsfähiger. Hilfreich ist es auch, außerhalb der als stressig erlebten Momente zu überlegen, was di helft oder was du vielleicht reduzieren oder vermeiden möchtest. Denn wenn das Stressgefühl erstmal da ist, ist die Chance klar und effizient zu denken meist viel kleiner.



Und wenn dein Rucksack trotzdem zu schwer wird, unterstütze ich dich gerne dabei, ihn Schritt für Schritt leichter zu packen.





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